Spatenstich für die Zukunft

Veröffentlichungsdatum30.04.2026Lesedauer2 Minuten
Spatenstich

Neue Kläranlage als wichtigstes Infrastrukturprojekt

GARS. „Damit gewinnen wir zwar keinen politischen Schönheitspreis, dennoch beginnt heute für Gars am Kamp eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der jüngeren Geschichte“, betonte Bürgermeister Ing. Martin Falk beim Spatenstich für die neue Kläranlage, die die „Abwasserentsorgung der Marktgemeinde für die nächsten 30 bis 40 Jahre fit machen soll.“ Das Zukunftsprojekt hat ein Investitionsvolumen von acht Millionen Euro (siehe Kasten unten) und wird den modernsten technischen und Umweltstandards gerecht.

40 Jahre lang war die jetzige Anlage in Betrieb – heute entspricht sie allerdings nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Gewässerschutz. Vor allem konnten die Vorgaben einer weitgehenden Stickstoffentfernung aus dem Abwasser sowie eines emissionsarmen Betriebs in Bezug auf das Treibhausgas Methan nicht mehr erfüllt werden. Zusätzlich hat sich beim jüngsten Hochwasser im September 2024 gezeigt, dass die Anlage nicht sicher ist. Sie musste während des Naturereignisses abgeschaltet werden – und dennoch sind zusätzlich Schäden von einigen hunderttausend Euro an der Kläranlage entstanden.

Schon bald nach 2009 gab es in der Marktgemeinde Gars am Kamp Überlegungen zur Anpassung der Kläranlage, doch alle diesbezüglichen Ansätze scheiterten an der Aufgabenstellung, da im engen Kamptal kein Platz für einen neuen Standort war. Deshalb entschloss sich die Marktgemeinde Gars am Kamp, die Kläranlage am bestehenden Standort zwischen den steilen Abhängen Richtung Hamerlingwarte und der B34 neu zu errichten. „Herausfordernd“ bezeichnete der zuständige Architekt Kiril Atanasoff, selbst Betreiber einiger Kläranlagen und Professor für Abwassertechnik an der FH Wels, den im engen Kamptal „eingekeilten“ Standort. „Genauso herausfordernd wie die Entscheidung, den Neubau der Anlage bei laufendem Betrieb der alten Anlage während der Umbauphase umzusetzen.“ Doch angesichts des besonderen Standortes kam eine andere Lösung nicht in Frage. Ausdrücklich bedankte sich Kiril Atanasoff beim Bauhof-Team und ganz besonders bei den beiden Klärwärtern GR Werner Zack und Gerhard Fettinger, ohne deren Mitwirken der Plan nicht umsetzbar wäre.

Der Einbau einer Photovoltaikanlage auf dem Kläranlagen-Gelände soll helfen, den Fremdenergiebezug zu reduzieren. Ein zeitgemäßer Hochwasserschutz wird sicherstellen, dass Elementarereignisse nicht mehr zu einer Abschaltung der Anlage bzw. zu Schäden führen. Die Wände der neuen Becken in Richtung B34 werden begrünt um eine Integration ins Ortsbild zu erleichtern. Die Projektkosten für die Anlage belaufen sich insgesamt infolge der schwierigen Umbausituation auf rd. 7,96 Millionen Euro (siehe Kasten unten). Die neue Anlage wird mit einer Auslegung auf 9.900 Einwohnergleichwerte in der  Marktgemeinde Gars am Kamp – fast drei Mal so viel wie heute – genug „Polster“ für eine Weiterentwicklung der Marktgemeinde geben. Warum nicht gleich für 10.000 Einwohnergleichwerte? Architekt Kiril Atanasoff: „Dann hätten wir noch zusätzliche Ausbaumaßnahmen vorsehen müssen.“ In zwei Jahren soll die neue Anlage in Betrieb gehen – in dem Moment wird die alte Anlage abgeschaltet und gehört der Geschichte an.

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